Nix versteh’n.

Diese Woche war ich auf einem Vortrag von Gene Myers. Anlass für seinen Besuch an der Fakultät war die Tatsache, das er demnächst ein Forschungszentrum in Dresden eröffnet bzw. das hier ansässige BIOTEC unterstützt. Und dafür wollt er etwas Werbung machen 🙂

 „Bioimage Informatics and Decoding Genomes“.

Die Überschrift hat mich bereits gereizt, der Talk war spitze. Myers, der sehr enthusiastisch, aufgeregt und begeistert auftrat, hat sein Thema (so gut es bei der Komplexität geht) nett erläutert.

Im Groben geht es bei seiner Arbeit darum perfekte Algorithmen zu entwickeln, die automatisch Bilder interpretieren. Bilder von Gehirnen, Entwicklungsprozessen von Organismen und Zellprozessen. Das Ziel der ganzen Sache ist, Zellen eindeutig zu identifizieren und das Leben in seinen Entwicklungsstadien zu „kartografieren“, also einen Atlas von Zellen zu einem bestimmten Zeitpunkt erstellen. Das passiert zum Beispiel an dem netten Kollegen C.elegans, einem kleinen Wurm.

Mit modernster Mikroskoptechnik werden die Organismen fotografiert (hier entstehen mehrere Gigabyte an Daten). Dazu werden einzelne Proteine mittels GFP (green flourescent protein) zum Leuchten gebracht und mit den gesuchten (und teilweise schon entwickelten) Algorithmen ist es möglich, exakte Informationen aus tausenden von Bildern zu extrahieren. Und die Bahnen der Zellen zu verfolgen und aufzuzeichnen.

Damit ist es z.B. möglich, Neuronen genau zu verfolgen und somit den Entwicklungsprozess eines Gehirns nachzuvollziehen. Momentan nur bei einer Wurm und einer Fliege möglich, soll das Ganze letztlich natürlich auf den Menschen und seine Entwicklung angewandt werde: Das Gehirn verstehen.

Herausgefunden hat man zum Beispiel, das bei C.Elegans jedes seiner 302 Neuronen immer an der gleichen Stelle ist. Man vermutet also, das eine Art „Programm“ in den Zellen abläuft, die diese exakte Positionierung ermöglicht. Es wird nun intensiv versucht, die Kommunikationsmittel der Neuronen zu verstehen, die diesen Vorgang steuern.

Fazit: Es war ein absolut verschärfter Nachmittag unter Nerds, an dem ich nur die Hälfte verstanden hab und trotzdem voll begeistert war.

Liebe Fakultät: Gerne mehr davon.

Für mehr Infos:
Einladung und Beschreibung des Talks
Homepage von Gene Myers
Kurzer Bericht über die Arbeit Myers‘

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