Syrien

Dank der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung hatte ich das Vergnügen, das Buch „Syrien – Der schwierige Weg in die Freiheit“ lesen zu dürfen. Schon während der Lektüre kam die Idee zu diesem Blogeintrag. Mir stellte sich die Frage, wie und ob man als Otto-Normal-Dude die Situation überhaupt angemessen bewerten kann. Und mit „angemessen“ ist eine Bewertung gemeint, die vertretbar und vor allem nicht auf spärlichen Informationen beruht. Also quasi nicht all die Bewertungen, die auf herkömmlichen FAZ-Zeit-Welt-Artikeln beruhen. Denn die Texte des Buches sprechen so vielfältige Aspekte an. Wichtige Dinge. 99% davon hätte ich nicht mal ansatzweise bedacht. Dementsprechend habe ich sie ja auch noch berücksichtigt.

Cover "Syrien - Der schwierige Weg in die Freiheit"

Die Entwicklung der Protestbewegung, der Gesellschaft und auch des Assad-Regimes ist so langwierig und voller Ereignisse, dass es (zumindest mir) schwerfällt, die Situation zu bewerten. Das Assad-Regime, die Geschichte im 19. Jahrhundert, die vielen Oppositionsgruppierungen mit ihren zerstreuten und dezentralen Strukturen, unterschiedlichen Zielen, Motivationen, Mitteln und Persönlichkeiten machen es ja gar nicht mal so einfach, das Ganze zu bewerten und sich eine Meinung zu bilden.
Hier mal eine Liste mit Themen, die in dem Buch „behandelt“ werden:

  1. Kinder
  2. Wichtige politische Akteure
  3. Netzbewegungen
  4. Graswurzelbewegungen
  5. Frauen
  6. Kurden
  7. Bewaffnung
  8. Alawiten
  9. Muslimbruderschaft
  10. Christen
  11. Künstler
  12. Musik
  13. GONGO
  14. Syrische Außenpolitik
  15. Externe Faktoren und „ausländische Verschwörung“
  16. bisherige (und anhaltende) Repression
  17. Damaszener Frühling

Wie will man denn aus schnöden (westlichen) Zeitungsartikeln die über nur ca. 0.01% des Geschehens berichten und dabei von gefühlten 1000 Akteuren überhaupt nur die Situation von einem oder zweien nennen, Informationen ziehen, die es einem ermöglichen, auch nur einen einzigen klugen Satz außer „Keine Ahnung“ zu einem Thema zu sagen?

Für mich ist zwar klar, dass Assads Regime auf Terror, Oppression, Gewalt und Gleichschaltung basiert(e). So einfach allerdings diese Bewertung ist, so schwer ist die Bewertung der syrischen Opposition. Und damit wirds auch schwer, auch nur einen klaren und guten Satz zur Lage bzw. Entwicklung in Syrien zu sagen.

Mein Fazit: Wir sind ja alle ziemlich dumm und erlauben es uns, ziemlich vermeintlich kluge Dinge zu sagen, obwohl wir quasi nichts über die/eine Situation wissen, die wir bewerten zu versuchen. Gar nich mal so kluk.

Ach ja, zum Buch: superinformatives Ding mit 19 Texten von verschiedenen (wohl klugen) Menschen, die aus Syrien kommen oder sich sehr intensiv damit beschäftigt haben. Innerhalb von vier Tagen durchgeschmökert.

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